Teilprojekt C2 - "Kein Staat zu machen?" Varianzen und Konsequenzen nichtstaatlicher Gewaltkontrolle

Gewaltereignisse Somalia
Gewaltereignisse Somalia

Leitung:

Mitarbeiter/innen:

Projektlaufzeit:

01.01.2006 — 31.12.2017

Das Projekt fragt erstens, wie sich die Unterschiede in der Effektivität territorialer Gewaltkontrolle und der damit verbundenen Bereitstellung von basalen Sicherheitsleistungen in Räumen begrenzter Staatlichkeit erklären lassen. Auf Basis der im Teilprojekt erhobenen Ereignisdaten zu einseitiger und wechselseitiger Gewalt sowie der Daten zur Entwicklung des kommerziellen Sicherheitssektors wird untersucht, welchen Beitrag lokale Akteurskonstellationen, materiell-institutionelle Faktoren, der Grad der (Rest-) Staatlichkeit und Trigger-Faktoren (Interventionen, Friedensmissionen) zur Erklärung der beobachtbaren Varianz leisten. So lässt sich abschließend in der dritten Förderperiode zeigen, unter welchen geografischen, ökonomischen, konfliktdynamischen und machtpolitischen Bedingungen nichtstaatliche Gewaltakteure wie Rebellengruppen oder kommerzielle Sicherheitsfirmen hierarchisch regieren bzw. wann und warum mit ihnen „(k)ein Staat zu machen“ ist.

Zweitens wird ein Beitrag zur Theoriebildung geleistet, indem gefragt wird, welche Konsequenzen die Konkurrenz nichtstaatlicher Gewaltakteure untereinander sowie ihr Konkurrenzverhältnis zum (Rest-) Staat für Staatlichkeit und die Räume begrenzter Staatlichkeit haben. Wenn mit nichtstaatlichen Gewaltakteuren „(k)ein Staat zu machen“ ist, wie tragen sie dann zur (Re-) Strukturierung dieser Räume bei? Unter welchen Bedingungen kommt es zur Unterminierung bzw. Konsolidierung der (Rest-) Staatlichkeit in den betroffenen Räumen, und wann bilden nichtstaatliche Gewaltakteure alternative räumliche Ordnungsmuster aus, die in Konkurrenz zum Staat treten? Insbesondere soll hier untersucht werden, welche Bedeutung die Errichtung hierarchischer Governance-Konstellationen und die Neuziehung territorialer Grenzen durch bewaffnete Gruppen für das (zukünftige) Konflikthandeln der Akteure hat.

Das Teilprojekt variiert dabei sowohl den Kontext von Staatlichkeit als auch die Räume begrenzter Staatlichkeit. Ermöglicht werden so systematische Vergleiche innerhalb und zwischen Räumen, in denen der Staat sein Gewaltmonopol weitestgehend eingebüßt hat und Räumen, in denen (Rest-) Staaten mit nichtstaatlichen Gruppierungen um die Gewaltkontrolle konkurrieren. Die im Teilprojekt erhobenen Daten zu Gewaltereignissen und den Aufgaben kommerzieller Sicherheitsfirmen werden auf einer eigenen Datenplattform einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt (www.conflict-data.org) und schrittweise auf eine neue, innovative Datenplattform des European Network of Conflict Research (ENCoRe) migriert.

 

Weitere Informationen können Sie hier herunterladen:

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