Teilprojekt C9 - Aid, Minds, Hearts: A Longitudinal Study of Governance Interventions in Afghanistan

Leitung:

Mitarbeiter/innen:

Projektlaufzeit:

01.07.2010 — 31.12.2017

In Übereinstimmung mit den Gesamtzielen des SFB 700 für die dritte Förderperiode konzentrieren wir uns mit dem übergeordneten Forschungsschwerpunkt des Teilprojekts C9 auf:

  1. die Bedingungen, unter denen ein extern unterstützter Staatsaufbau auf lokaler Ebene eine effektive und legitime Governance im Nordosten Afghanistans hervorbringen kann (“Erfolgsbedingungen effektiver und legitimer Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit”) und
  2. die Frage, inwieweit diese von Außen unterstützte Governance in Wechselbeziehung steht mit der übergeordneten Stabilität der sozialen Ordnung vor dem Hintergrund des Abbaus von internationalen Interventionen. Somit möchten wir letztendlich die Verbindung zwischen der Qualität von Governance und der Stabilität der sozialen Ordnung in Räumen begrenzter Staatlichkeit verstehen. 

Es gibt vier verschiedene Kategorien von Bedingungen, die die Effektivität von Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit erklären: Erstens nehmen wir an, dass die institutionellen Strukturen der Governance das Ausmaß, in welchem effektive und legitime Formen von Governance auf der lokalen Ebene im Nordosten Afghanistans entstehen, stark beeinflussen. Zweitens argumentieren wir, dass (Rest-) Staatlichkeit und ihre funktionalen Äquivalente starken Einfluss haben auf die Effektivität und Reichweite von lokaler Governance sowie auf deren Auswirkung auf die soziale Ordnung. Drittens beurteilt das Projekt die Relevanz der empirischen, z.B. wahrnehmbaren, Legitimität des afghanischen Staates und der Governance Strukturen vor Ort, um die effektive Sicherheit im Nordosten Afghanistans zu gewährleisten. Die vierte Kategorie von Bedingungen bezieht sich auf Vertrauen und gesellschaftliche Integration, die wir als zentrales Element für die Gewährleistung effektiver und legitimer Governance (oder eben den Mangel derselben) analysieren werden.

Während unserer ersten Förderperiode entwickelten und testeten wir die methodische Herangehensweise, um die Auswirkungen einer transnationalen Intervention auf die lokale Governance Ebene in Konfliktgebieten begrenzter Staatlichkeit möglichst genau zu untersuchen. In dieser zweiten Förderperiode  forschten wir nach den empirischen Auswirkungen von Interventionen zum Staatsaufbau auf Sicherheit und Entwicklung. In der aktuellen dritten Förderperiode werden wir die Langzeitstudie zu den Folgen von Interventionen fortsetzen unter Berücksichtigung des zu erwartenden Abbaus derselben ab Jahresende 2014 und darüber hinaus. Wir werden auch zurückkehren zu unserem weitergefassten  Forschungsinteresse an Stabilität und Konfliktbewältigung im Rahmen des "Übergangs" und der reduzierten ausländischen Präsenz. Wir verwenden gemischte Forschungsmethoden, den Mixed-Method Ansatz, um die Governance Zonen in Afghanistan zu untersuchen. Dabei kombinieren wir statistische Modelle mit sozio-geographischen Methoden (inkl. Geo-Statistik) und ethnographischer Feldforschung. 

 

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