Teilprojekt B13 - Adaption und Legitimation als Erklärungsfaktoren der Effektivität von Governance in China, 1949 bis 1957

Fallstudien des Teilprojekts B13
Fallstudien des Teilprojekts B13

Leitung:

Mitarbeiter/innen:

Projektlaufzeit:

30.11.2011 — 31.12.2017

Das Projekt untersucht, wie es der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) zwischen 1949 und 1957 gelang, ihre Herrschaft zu konsolidieren, die vorhandenen Räume begrenzter Staatlichkeit zu verringern und auf lokaler Ebene effektiv zu regieren. Die entstehenden Konstellationen von Governance wollen wir durch empirische Fallstudien untersuchen: Im Mittelpunkt stehen dabei die Herstellung konsensualer Wissensbestände zur Legitimation der Herrschaft der KPCh (was von den Zeitgenossen „Propaganda“ genannt wurde), die Mobilisierung der Bevölkerung (insbesondere durch Kampagnen gegen „soziale Übel“ wie Drogen, Prostitution und Glücksspiel) sowie soziale Reorganisation auf lokaler Ebene (vor allem durch Arbeitseinheiten und Einwohnerkomitees). Zu jedem der drei Bereiche führen wir Analysen in den zwei nordchinesischen Städten Qingdao und Tianjin durch, so dass sich insgesamt sechs Fallstudien ergeben. Mittels eines anschließenden Vergleichs der Ergebnisse aus den beiden Städten wollen wir erstens den Grad der lokalen Varianz des institutionellen Designs von Governance-Konstellationen bestimmen und zweitens die Rolle der Legitimation untersuchen.

Aufbauend auf unseren Ergebnissen aus der ersten Förderperiode (das Projekt wird seit 2012 gefördert), die sich empirisch mit der Versorgung und Kontrolle inländischer Flüchtlinge in Tianjin und Qingdao befasst hat, weiten wir unseren thematischen Fokus aus. Wir behalten jedoch die Untersuchungsräume bei und konzentrieren den zeitlichen Fokus, indem wir uns auf die ersten Jahre der Volksrepublik (VR) China von 1949 bis 1957 beschränken. Damit konzentrieren wir uns – nach der Untersuchung eines kleineren, konkreten Bereichs in der ersten Förderperiode – in der kommenden Periode auf die Beschreibung und Analyse jener übergeordneten Entwicklungen, die sich knapp als die Konsolidierung der Herrschaft der KPCh unter den Bedingungen fortdauernd begrenzter Staatlichkeit in der frühen VR China beschreiben lassen.

Das Projekt zielt somit zusammenfassend auf den empirischen und systematischen Nachweis von bislang nur im Einzelfall untersuchten Formen der Anpassungsfähigkeit von Governance in der frühen VR China ab. Wir vermuten, dass sowohl die Flexibilität des institutionellen Designs von Governance als auch die Herstellung empirischer Legitimität zentral für den Erfolg der KPCh in der Konsolidierung ihrer Herrschaft waren. Damit trägt das Teilprojekt direkt zur systematischen Überprüfung der Leithypothesen des SFB 700 hinsichtlich Effektivität und Legitimität von Governance bei.

 

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