Teilprojekt T3 - Policy-Implikationen der Governance-Forschung für die deutsche Außenpolitik (Kooperationspartner: Auswärtiges Amt)

Leitung:

Mitarbeiter/innen:

Projektlaufzeit:

01.01.2014 — 31.12.2017

Das Transferprojekt T3 wertet in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt als Transferpartner die Ergebnisse der Grundlagenforschung des SFB 700 aus allen drei Förderperioden hinsichtlich ihrer Policy-Implikationen für die deutsche Außenpolitik aus. Die Forschungsergebnisse des SFB 700 tragen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis dazu bei, die Voraussetzungen und Wirkungen deutscher Außenpolitik in fragilen Kontexten kritisch zu hinterfragen . Gleichzeitig profitiert der SFB 700 von der Perspektive der Praxis im Sinne eines reflexiven Wissensaustauschs und von Einsichten in aktuelle Debatten und Entwicklungsprozesse in der deutschen Außenpolitik.

Fragile Staaten bzw. Räume begrenzter Staatlichkeit sind - nicht zuletzt durch die jüngsten Konflikte und Krisen in der europäischen Nachbarschaft aber auch durch die weitreichenden Folgen langjähriger Konfliktdynamiken z.B. in Syrien und im Irak - zunehmend in den Fokus deutscher Außenpolitik geraten. Diese greift immer häufiger auf Maßnahmen jenseits der klassischen Diplomatie zurück, um in diesen Räumen Frieden und Sicherheit zu fördern und die Versorgung mit Grundleistungen zu gewährleisten. Um auch institutionell der Forderung nach neuen Schwerpunktsetzungen, Strukturüberlegungen und flexibleren Instrumenten gerecht zu werden, wurde im Rahmen des „Review 2014“ im Auswärtigen Amt die Abteilung S für „Krisenprävention, Stabilisierung, Konfliktnachsorge und Humanitäre Hilfe“ neu geschaffen, die federführend diesen Entwicklungen Rechnung tragen soll.

An dieser Stelle trägt das Transferprojekt durch konzeptionelle Beiträge sowie durch Formate der Aus- und Fortbildung zur Annäherung zwischen Grundlagenforschung und außenpolitischer Praxis bei. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Transferprojekts sind hierbei strukturell und inhaltlich in die Arbeit des Grundsatzreferats S01 der Abteilung S eingebunden, sie arbeiten direkt in den alltäglichen Prozessen mit und begleiten diese wissenschaftlich.

Die konzeptionellen Beiträge orientieren sich bisher an drei gemeinsam abgestimmten Schwerpunktthemen: Förderung von Rechtsstaatlichkeit („Rule of Law“), Sicherheitssektorreformund Erfolgsbedingungen von Stabilisierung. Zu jedem dieser Schwerpunktthemen entsendet das Transferprojekt eine/n „Scholar in Residence“ für sechs Monate ins Auswärtige Amt. Er bzw. sie arbeitet mit einem Kernteam aus drei wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Die enge Form der Zusammenarbeit auf der Arbeitsebene erlaubt es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des T3 Projekts, die Formate der konzeptionellen Beiträge flexibel am Bedarf der Arbeitsebene auszurichten und den kritischen Austausch mit den Nutzern wissenschaftlicher Ergebnisse zu suchen. Hierdurch entwickeln sich institutionalisierte Formen der Zusammenarbeit, die Modellcharakter für die Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis haben können.

Bisherige konzeptionelle Beiträge des Transferprojekts umfassten u.a. die Erarbeitung einer „Toolbox Rechtsstaatsförderung“, einen Fragebogen zur Projektbewertung im Bereich der Sicherheitssektorreform sowie Leitfäden zur Wirkungsmessung von Stabilisierung.

Darüber hinaus trägt das Transferprojekt die Erkenntnisse der Grundlagenforschung in die Postenvorbereitung des Auswärtigen Amts hinein. In den letzten zwei Jahren organisierte das Transferprojekt ein ressortübergreifendes Nachwuchskräfteseminar sowie ein Seminar zur unmittelbaren Vorbereitung auf Posten in fragilen Staaten. Mittels zahlreicher gemeinsamer Fachveranstaltungen zu Fragen von Voraussetzungen und Wirkungen von Außenpolitik in Räumen begrenzter Staatlichkeit treten die Kooperationspartner SFB 700 und Auswärtiges Amt zudem in einen regelmäßigen Austausch mit der Öffentlichkeit.

Weitere Informationen können Sie hier herunterladen:

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