Auf der Suche nach Sicherheit: Die internationale Intervention in Nordost-Afghanistan.

Working Paper 17

Working Paper 17

Jan Koehler – 2008

Das vorliegende Arbeitspapier untersucht Wirkungszusammenhänge zwischen transnationalen Konstellationen staatlicher und nicht-staatlicher Akteure und der Erzeugung von Sicherheit und Entwicklung als Governanceleistung in Nordost-Afghanistan. Ausgangspunkt der Untersuchung ist dabei die Frage, wie die afghanische Bevölkerung Veränderungen der eigenen Sicherheit sowie lokale Entwicklungsherausforderungen über die letzten Jahre wahrgenommen hat. Das Papier besteht aus zwei Teilen. Zunächst erläutert der Autor im Rahmen einer Fallstudie die relevanten internationalen, nationalen und lokalen Akteurskonstellationen in der Zielregion und bettet die Ergebenisse der quantitativen Befragungen ein in den Kontext der qualitativen Untersuchungsergebnisse zu lokalen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen. Zum Zweiten wird detailliert das methodische Vorgehen erläutert, welches auf kreuzperspektivischer Analyse des quantitativ und qualitativ erhobenen Materials gründet. Die Analyse zeigt, dass im heutigen Afghanistan Sicherheit und Entwicklung als Ergebnis transnationaler Governance entstehen können. Diese Governance-Leistungen sind auf die lokale Ebene beschränkt; sie erreichen nicht eine überregionale oder die nationale Ebene. Die Untersuchung zeigt allerdings auch, dass transnationale Governance-Leistungen im Unterschied zur strategischen Zielsetzung der internationalen Interventen gerade die nationalen und sub-nationalen staatlichen Institutionen schwächt und deren Legitimität beeinträchtigt, die durch die Intervention aufgebaut und gefestigt werden sollen.

This Working Paper addresses the issue of security governance in North-Eastern Afghanistan. It deals with the impact transnational constellations of state and non-state actors have on governance outputs regarding security and development. Moreover, it tries to assess the way the Afghan population perceives of changes in their own security and of development challenges in recent years. The Working Paper proceeds in two steps: The first part, the case study, maps the relevant international, national and local actors in the target region and explains the results of the quantitative survey against the findings of the qualitative research on local societal and political dynamics. The second part gives a detailed discussion of the methodological approach, which is based on triangulation of data generated from quantitative sampling and qualitative field research. The analysis shows that security and development in contemporary Afghanistan may result from transnational governance. These governance outputs are local, i.e. confined to districts and provinces rather than regions or the national level. Transnational governance outputs, however, may in fact weaken governance functions of national and sub-national state institutions. This potentially puts them in conflict with the international strategy in Afghanistan, which aims at consolidating and strengthening Afghan institutions and strengthen their legitimacy.

Titel
Working Paper 17 "Auf der Suche nach Sicherheit: Die internationale Intervention in Nordost-Afghanistan."
Verfasser
Verlag
SFB 700, Teilprojekt C9 (ehem. Teilprojekt C1)
Schlagwörter
Teilprojekt C1
Datum
2008-11-01
Kennung
ISSN 1863-6896 (Print), 1864-1024 (Internet)
Sprache
ger
Art
Text
Format
application/pdf
Questionaire zur Umfrage hier als pdf-Datei.