Neues Paradigma oder Rückkehr in die Vergangenheit? Menschliche Sicherheit in Lateinamerika

Cover: Menschliche Sicherheit.Globale Herausforderungen und regionale Perspektiven

Cover: Menschliche Sicherheit.Globale Herausforderungen und regionale Perspektiven

Ruth Stanley – 2008

Seit den 1980er Jahren haben Demokratisierungsprozesse weite Teile Lateinamerikas erfasst und die ehemals herrschenden autoritären Regime von Chile bis Mittelamerika durch demokratisch gewählte Regierungen ersetzt. Mit dem Regimewechsel ging die Suche nach neuen Sicherheitsparadigmen einher; allerdings spielt das Konzept der menschlichen Sicherheit in der Agenda Lateinamerikas keine besonders prominente Rolle und konkurriert mit alternativen Konzepten. Dies mag überraschen angesichts der Tatsache, dass die drei miteinander verknüpften Bereiche, die mit dem Paradigma der menschlichen Sicherheit angegangen werden sollen – Überwindung von Gewalt, Schutz der Menschenrechte und Entwicklung –, dringende Probleme in Lateinamerika darstellen. Zudem scheint der Fokus auf das Individuum als Referenzobjekt der menschlichen Sicherheit, verbunden mit dem eher funktionalen statt territorialen Ansatz dieses Konzepts, eine kohärente Sicherheitsideologie für Staaten anzubieten, die das Erbe der autoritären Vergangenheit (häufig in Gestalt von Militärdiktaturen) zu überwinden suchen und sich gleichzeitig mit den Herausforderungen der Globalisierung konfrontiert sehen. Dennoch hat sich das Konzept der menschlichen Sicherheit in Lateinamerika keineswegs als vorherrschendes neues Sicherheitsparadigma durchgesetzt.

Titel
Neues Paradigma oder Rückkehr in die Vergangenheit? Menschliche Sicherheit in Lateinamerika
Verfasser
Verlag
Nomos
Ort
Baden-Baden
Schlagwörter
Policing, Staat, Lateinamerika, Sicherheit, Teilprojekt C3
Datum
2008
Kennung
ISBN 978-3-8329-3367-8 (Print) ISBN 978-3-8452-0868-8 (Online)
Erschienen in
Ulbert, Cornelia/Werthes, Sascha (eds.): Menschliche Sicherheit: Globale Herausforderungen und regionale Perspektiven, 165-176.
Art
Text