Pakistan. Scheiternder Staat oder „überentwickelter“ Staat?

Cover: Fragile Staatlichkeit 'States at Risk' zwischen Stabilität und Scheitern

Cover: Fragile Staatlichkeit 'States at Risk' zwischen Stabilität und Scheitern

Boris Wilke – 2006

Der Beitrag bewertet die Staatsfunktionen in Pakistan. Im Einzelnen geht es um die Herausarbeitung typischer Verlaufsformen und Faktoren des Staatszerfalls sowie die Unterscheidung erstens zwischen Struktur-, Prozess- und Auslösefaktoren, und zweitens zwischen internationaler/regionaler, nationaler und substaatlicher Ebene. Bewertet werden staatliche Sicherheit, Wohlfahrt und Rechtsstaatlichkeit. Pakistans Stabilität ist seit Mitte der sechziger Jahre ein Dauerthema. Aufgrund seiner kolonialen Vergangenheit wird das Problem Pakistans weniger in der Schwäche als in der erdrückenden Stärke seiner militärischen Institutionen gesehen, die der Entwicklung einer zivilen Gesellschaft zu wenig Raum lassen. Gefragt wird, ob der Staat mit der Förderung nichtstaatlicher Gewaltakteure einen "Staat im Staate" (Musharraf) geschaffen hat und damit die Staatlichkeit insgesamt zu unterminieren droht. Neben der Analyse von destabilisierenden und stabilisierenden Faktoren und deren Ursachen und Bestimmungsfaktoren (Korruption und bewaffnete Gewaltakteure) geht es auch um die Akteurskonstellation und die Möglichkeit externer Intervention. Dabei steht die Frage im Vordergrund, welche Art des Statebuilding angesichts eines relativ robusten Staatsapparates in Pakistan angemessen erscheinen. Es gilt primär darum, die politischen Fehlallokationen der jüngeren und älteren Vergangenheit zu korrigieren.

Titel
Pakistan. Scheiternder Staat oder „überentwickelter“ Staat?
Verfasser
Verlag
Nomos
Ort
Baden-Baden
Schlagwörter
Teilprojekt C1
Datum
2006
Kennung
ISBN 978-3832923600
Quelle/n
Erschienen in
Schneckener, Ulrich (ed.): Fragile Staatlichkeit. „States at Risk“ zwischen Stabilität und Scheitern, Baden‐Baden: Nomos, 302‐326.
Sprache
ger
Art
Text