Schriften zur Governance-Forschung

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Die Schriften zur Governance-Forschung beim Nomos Verlag


 

Zur Schriftenreihe

Bewährtes fortführen, Neues aufgreifen: Die "neuen" »Schriften zur Governance-Forschung«

Nicht nur das Erscheinungsbild, auch der Herausgeberkreis der »Schriften zur Governance-Forschung« hat sich deutlich verändert. Mit Thomas Risse und Ursula Lehmkuhl sind die Politik- und die Geschichtswissenschaften neben die von Gunnar Folke Schuppert verkörperte Rechtswissenschaft getreten. Gleichzeitig erweitert sich das Themenspektrum der Reihe durch ihre Verzahnung mit dem Sonderforschungsbereich 700 "Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit: Neue Formen des Regierens?" erheblich. Diese Erweiterung greift eine aktuelle Entwicklung in der Governance-Foschung auf: Zum einen wird Governance verstärkt dort untersucht, wo die Bedingungen für den entwickelten Rechts- und Wohlfahrtsstaat gegenwärtig und historisch nicht gegeben sind, zum anderen rückt die Frage nach der Übertragbarkeit moderner Governance-Formen ins Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. Damit wird der Einsicht Rechnung getragen, dass der entwickelte Rechts- und Wohlfahrtsstaat sowohl geographisch als auch historisch eher die Ausnahme denn die Regelform politischer Ordnung darstellt.

Auch unter der erweiterten Herausgeberschaft werden die »Schriften zur Governance-Forschung« ein interdisziplinäres Kommunikations-Forum für die immer mehr an Bedeutung gewinnende Governance-Forschung bleiben und in dieser Eigenschaft alle interessierten Disziplinen zu Wort kommen lassen.

Die Reihe wendet sich ausdrücklich an Governance-Interessierte aller Disziplinen; die Veröffentlichungssprache ist je nach Thematik und Hintergrund der Autor/innen Deutsch oder Englisch. Um eine durchgängig hohe Qualität der Bände sicherzustellen, bieten die Reihenherausgeber eingehende Kommentare zu den für eine Veröffentlichung in Betracht gezogenen Manuskripten an. In Betracht kommen dabei sowohl herausragende deutsch- wie englischsprachige Dissertationen und Habilitationen wie auch klassische Monographien und Sammelbände.

 


es_cover_thumbRegieren ohne Staat?
Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit

Wie wird in zerfallen(d)en Staaten wie Afghanistan, aber auch überall dort, wo es keine moderne Staatlichkeit gibt, regiert? Der vorliegende Sammelband untersucht die Übertragbarkeit von Governance-Konzepten auf die Nicht-OECD-Welt. Damit wird ein Beitrag zu einer Theorie des Regierens in historischen und gegenwärtigen Räumen begrenzter Staatlichkeit geleistet.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts zeigt sich, dass herkömmliche Formen nationalstaatlicher Steuerung globalen Herausforderungen wie Umweltproblemen, humanitären Katastrophen und neuen Sicherheitsbedrohungen nicht gerecht werden. Governance ist auch deshalb in das Zentrum sozialwissenschaftlicher Forschung gerückt. Der Diskurs über Governance findet jedoch vor dem Hintergrund der entwickelten Nationalstaaten der OECD-Welt statt. In zwei Dritteln der Staatenwelt sind die Voraussetzungen moderner Staatlichkeit aber nur bedingt gegeben. Nicht nur in zerfallen(d)en Staaten, sondern auch in vielen Entwicklungsländern kann die staatliche Zentralgewalt nur in Teilen des Territoriums oder einzelnen Politikbereichen Entscheidungen durchsetzen. Wenn aber ein zentrales Konzept der Sozialwissenschaft für zwei Drittel der Staatenwelt nicht brauchbar ist, besteht neben einem theoretischen auch ein politisch-praktisches Problem. Im Rahmen einer Theorie des Regierens in historischen und gegenwärtigen Räumen begrenzter Staatlichkeit müssen deshalb die Governance-Konzepte im Hinblick auf ihre Übertragbarkeit auf die Nicht-OECD-Welt geprüft werden. Dieser Sammelband unternimmt einen ersten Schritt in diese Richtung.

  • Thomas Risse/Ursula Lehmkuhl (Hrsg.) 2007: Regieren ohne Staat? Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit (Schriften zur Governance-Forschung, Band 10), Baden-Baden.

Inhaltsverzeichnis

I. Einführung

Thomas Risse/Ursula Lehmkuhl: Regieren ohne Staat? Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit

 

II. Theoretische Zugänge

Tanja A. Börzel: Regieren ohne den Schatten der Hierarchie: Ein modernisierungstheoretischer Fehlschluss?

Gunnar Folke Schuppert/Matthias Kötter: Rechtssicherheit jenseits des Staates?

Gerhard Göhler: „Weiche Steuerung“: Regieren ohne Staat aus machttheoretischer Perspektive

 

III. Colonial Governance

Ursula Lehmkuhl: Regieren im kolonialen Amerika: Colonial Governance und koloniale Gouvernementalité in französischen und englischen Siedlungskolonien

Sebastian Conrad: Wissen als Ressource des Regierens in den deutschen und japanischen Kolonien des 19. Jahrhunderts

Mechthild Leutner: Kooperationsnetze und Akteure im semi-kolonialen China, 1860-1911

 

IV. Sicherheit ohne Staat?

Sven Chojnacki/Željko Branović: Räume strategischer (Un-)Sicherheit: Ein Markt für nicht-staatliche Gewaltakteure und Gelegenheiten für Formen von Sicherheits-Governance

Ulrich Schneckener/Christoph Zürcher: Transnational Security Governance in fragilen Staaten. Oder: Geht Sicherheit ohne Staat?

Marianne Braig/Ruth Stanley: Die Polizei – (k)ein Freund und Helfer? Die Governance der öffentlichen Sicherheit in Buenos Aires und Mexiko Stadt

 

V. Entwicklung, Gesundheit, Umwelt: Die Rolle öffentlich-privater Partnerschaften

Marianne Beisheim/Andrea Liese/Cornelia Ulbert: Erfolgsbedingungen transnationaler Partnerschaften: Hypothesen und erste Ergebnisse

Tanja A. Börzel/Adrienne Héritier/Anna Kristin Müller-Debus: Der Regulierungsbeitrag von Großunternehmen im Kampf gegen HIV/AIDS in Südafrika

Harald Fuhr/Markus Lederer/Miriam Schröder: Klimaschutz und Entwicklungspolitik: Der Beitrag privater Unternehmen

Henrik Enderlein: Makroökonomische Stabilisierung in Schuldenkrisen: Zur Bedeutung von Governance-Aspekten in der Interaktion von privaten Gläubigern und staatlichen Schuldnern in Schwellenländern

 

VI. Regieren ohne Staat?

Beate Rudolf: Zwischen Kooperation und Intervention: Die Durchsetzung völkerrechtlicher Standards guten Regierens in Räumen begrenzter Staatlichkeit

Bernd Ladwig: Gebotene Fremdbestimmung? Normative Überlegungen zum Umgang mit zerfallen(d)er Staatlichkeit

Lars Brozus: Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit als Problem der Politik

 

» Titel beim Verlag [externer Link]

 


titel_band2Transdisziplinäre Governanceforschung.
Gemeinsam hinter den Staat blicken

Das Buch fragt nach der Bedeutung von Governance und der Governanceforschung für die Sozialwissenschaften: Welche Strukturen, Prozesse und Ziele beschreibt Governance? Wie lassen sich gewachsene Ausprägungen von Governance vergleichen? Und lässt sich Governance ohne den Staat denken?

Die Beiträge geben Antworten auf diese Fragen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und reflektieren dabei die Stellung der Governanceforschung im Kanon der Disziplinen: Ihre Verankerung in verschiedenen Herkunftsdisziplinen legt die Frage nach dem Gemeinsamen nahe. Insofern steht hinter den Beiträgen die Frage, ob die an ihr beteiligten Disziplinen überhaupt dasselbe Projekt betreiben und inwieweit sich von Transdisziplinarität sprechen lässt, wenn die Governanceforschung eigene Perspektiven, Methoden und einen eigenen Kanon ausbildet, die sich von denen der Herkunftsdisziplinen unterscheiden. Die Beiträge veranschaulichen die Möglichkeiten und Grenzen der Governanceforschung an theoretischen und empirischen Fragen aus dem Berliner DFG-Sonderforschungsbereich (SFB) 700 „Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit: Neue Formen des Regierens?“, an dem die Autor/innen arbeiten und forschen.

  • Sybille De La Rosa,/Ulrike Höppner/Matthias Kötter (Hrsg.) 2008: Transdisziplinäre Governanceforschung. Gemeinsam hinter den Staat blicken. Baden-Baden, Nomos.

Inhaltsverzeichnis

I. Einführung

Sybille De La Rosa/Matthias Kötter: Governance(-forschung) im Kontext der Disziplinen

 

II. Historische und kulturelle Kontingenz von Ordnung und Herrschaft: Spielräume vergleichender Governanceforschung

Nadin Heé/Ulrike Schaper: Herrschaftsraum und Raumbeherrschung: Raum in der deutschen und japanischen Kolonialherrschaft

Markus-Michael Müller: Raum, Herrschaft und die Produktion von (Un-)Sicherheit in Mexiko

Sybille De La Rosa: Aneignung oder Annäherung. Zwei Formen interkultureller Kommunikation

Anke Draude: Wer regiert wie? Eurozentrismus in der Governanceforschung und der Versuch einer methodischen Grenzüberschreitung

 

III. Reallokation von Herrschaft und Macht: Governanceforschung in Abgrenzung vom Staat

Ulrike Höppner/Dominik Nagl: Jenseits der Staatlichkeit: Governance und Gouvernementalität als postmoderne Konzepte des Regierens

Tamara Jugov: Governance für wen? Zum legitimen Framing politischer Bezugsgrößen in Räumen zerfallender Staatlichkeit

Cord Schmelzle: Governance und Legitimität

Ferry Bühring/Nina Hüfken: Menschenrechtsstandards für Governance in schwachen und zerfallen(d)en Staaten: Theoretische Überlegungen zur Menschenrechtsbindung nicht-staatlicher Akteure

 

IV. Prozesssteuerung in und durch Regelungsstrukturen: Governanceforschung als Institutionen- und Policy-Analyse

Matthias Kötter: Rechtsordnung und Regelungsstrukturen: der Beitrag einer entscheidungs- und wirkungsorientierten Rechtswissenschaft zur Governanceforschung

Anja Feth: Viel Lärm um nichts? Kommunale Kriminalprävention in Buenos Aires

Gudrun Benecke: Der Clean Development Mechanism (CDM) als Instrument zur Bewältigung globaler Klimaprobleme? Der Mehrwert einer Analyse als „Neue Form von Governance“

Laura Müller: Governance messen? Eine Bestandsaufnahme quantitativer empirischer Ansätze

 

» Titel beim Verlag [externer Link]

 


sammelband3Weiche Steuerung.
Studien zur Steuerung durch diskursive Praktiken, Argumente und Symbole

In drei explorativen Studien untersucht der Band aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven, was unter weicher Steuerung zu verstehen ist und wie sie funktioniert. Da Steuerung, auch wenn sie „weich“, d.h. nicht-hierarchisch erfolgt, eine Form der Machtausübung ist, werden moderne sozialwissenschaftliche Machttheorien zum Ausgangspunkt genommen. In Anknüpfung an Foucault und Laclau/Mouffe wird nach den Steuerungswirkungen gefragt, die sich durch diskursive Praktiken ergeben. Im Anschluss an Habermas und die Sprechakttheorie wird die Macht von Argumenten in Steuerungsprozessen diskutiert. Die dritte Studie schließlich fragt nach Möglichkeiten und Bedingungen weicher Steuerung vermittels Symbolen. Auf diese Weise werden Konturen eines systematischen und theoriegeleiteten Konzepts von weicher Steuerung sichtbar.

  • Gerhard Göhler/Ulrike Höppner/ Sybille De La Rosa (Hrsg.) 2009: Weiche Steuerung. Studien zur Steuerung durch diskursive Praktiken, Argumente und Symbole, Baden-Baden, Nomos.

Inhaltsverzeichnis

 

Gerhard Göhler/Ulrike Höppner/Sybille De La Rosa: Einleitung

 

Friedrich Arndt/Anna Richter: Steuerung durch diskursive Praktiken

Sybille De La Rosa/Dorothea Gädecke: Steuerung durch Argumente

Jessica Cohen/Denise Langen: Steuerung durch Symbole

 

» Titel beim Verlag [externer Link]

 


Normative Pluralität ordnen.
Rechtsbegriffe, Normenkollisionen und Rule of Law
in Kontexten dies- und jenseits des Staates.

Normative Pluralität fordert die Idee normativer Einheit heraus, die dem staatlichen Recht und seiner Ordnung zugrunde liegt. Die Beiträge in diesem Buch thematisieren Erscheinungsformen normativer Pluralität in lokalen, nationalen und transnationalen Kontexten. Sie eröffnen einen gemeinsamen Blick von Rechts-, Sozial- und Kulturwissenschaften auf die infolge der Pluralität entstehenden Probleme und auf Vorschläge zu ihrer Bewältigung mit den Mitteln des Rechts. Es geht nicht darum, eine Meta-Dogmatik des Rechtspluralismus zu entwerfen. Entlang von vier Querschnittsfragen tragen die Autoren vielmehr zur Ordnung der Diskurse über normative Pluralität bei: Erstens der Frage nach dem Begriff des Rechts in Abgrenzung zu anderen gesellschaftlichen Normen. Zweitens der Frage nach Ebenen und Typen von Normenkollisionen, die die normative Einheit des Rechts herausfordern. Drittens der Frage nach Mechanismen, Institutionen und Praktiken, die zur Bewältigung normativer Pluralität zur Verfügung stehen. Und viertens der Frage nach dem methodischen Umgang mit verhaltensleitenden Normativitäten neben dem Recht.

  • Kötter, Matthias/Schuppert, Gunnar Folke (Hrsg.) 2009: Normative Pluralität ordnen. Rechtsbegriffe, Normenkollisionen und Rule of Law in Kontexten dies- und jenseits des Staates.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Matthias Kötter/Kristina Kühl/Judit Y. Mengesha: Normative Pluralität ordnen? Eine Problemskizze (ca. 20 Seiten)

 

I. Recht und Rechtspluralismus: Normative Pluralität ordnen?

Paul Schiff Berman: Globaler Rechtspluralismus

Gunther Teubner/Peter Korth: Zwei Arten des Rechtspluralismus. Normkollisionen in der doppelten Fragmentierung der Weltgesellschaft

Franz von Benda-Beckmann: Gefangen im Rechtspluralismus. Zum Umgang mit Normkollisionen in rechtlich pluralen sozialen Räumen

Julia Eckert: Rechtsaneignung. Paradoxien von Pluralisierung und Entpluralisierung in rechtspluralen Situationen

 

II. Die Pluralität von Rule of Law

Gunnar Folke Schuppert: Zum Umgang mit unterschiedlichen Konzeptualisierungen der Rule of Law als Anwendungsfall normativer Pluralität

Robert Heuser: Subjektive Rechte und Rule of Law in China. Rechtstheorie und Rechtssystem

Tilmann Röder: Kollisionen zwischen Sharī‘a, Gesetz und Stammestradition in Afghanistan

Stefan Martini: Die Pluralität von Rule-of-Law-Konzepte in Europa und das Prinzip einer europäischen Rule-of-Law

 

» Titel beim Verlag [externer Link]

 


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News

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Stand: 09.12.2009

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