Internationales Engagement in Afghanistan: Erfolgreicher als gedacht

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Internationales Engagement in Afghanistan: Erfolgreicher als gedacht

06.02.2008

Bei einer Pressekonferenz im SFB 700 wurden Ergebnisse einer Studie aus dem Teilprojekt C1 vorgestellt. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier:

[Handout]

Eine ausführliche Beschreibung hier:

[Working Paper No. 7]

Unten finden Sie eine Linksammlung zur Resonanz der Pressekonferenz (Update vom 12.2.08).

Hier können Sie eine Auswertung der Resonanz herunterladen (Update vom 11.3.08).

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Pressekonferenz im SFB mit: Christoph Zürcher, Jan Koehler, Lars Brozus, Thomas Risse (v.l.n.r.)

 


 

Die afghanische Bevölkerung sieht das Engagement der internationalen Helfer und Truppen in ihrem Land positiver als dies bisher in Deutschland wahrgenommen wird. Die Präsenz der ausländischen Einsatzkräfte trägt nach Ansicht der Menschen im Lande nicht nur zu mehr Sicherheit bei, sondern auch zu einer besseren Versorgungslage und Infrastruktur. Das ist das Ergebnis einer umfassenden sozialwissenschaftlichen Meinungsumfrage, die Wissenschaftler der Freien Universität im Nordosten des Landes durchgeführt haben.

Die Untersuchung wurde von Prof. Dr. Christoph Zürcher und Jan Koehler von der Freien Universität Berlin im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 700 „Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit“ organisiert. Befragt wurden 2034 Haushalte in 77 Gemeinden im Norden Afghanistans. Die Wissenschaftler hatten dafür einen Fragebogen mit 57 Fragen entwickelt, die in einem etwa 90minütigen Interview von den Menschen beantwortet wurden. Die Befragungen selbst wurden im ersten Halbjahr 2007 von der afghanischen Nichtregierungsorganisation „Coordination of Afghan Relief“ durchgeführt.

Einer der Kernbefunde der Umfrage: 76 Prozent der Befragten gaben an, dass sich die Sicherheitslage im Nordosten Afghanistans seit 2005 sehr verbessert habe. Und für 80 Prozent der Befragten trägt die internationale Präsenz positiv zu dieser Entwicklung bei. Als größte Bedrohung werden kriminelle Gruppierungen und nicht die Taliban wahrgenommen. Zu den herausragenden Ergebnissen der Untersuchung gehört aber auch die sehr positive Bewertung der konkreten Ergebnisse der Entwicklungszusammenarbeit. Dabei stehen Straßenbau, Trinkwasserprojekte und der Aufbau von Schulen in der Wertschätzung ganz oben.

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Links die beiden Autoren der Studie Jan Koehler und Christoph Zürcher, rechts Lars Brozus, wissenschaftlicher Geschäftsführer des SFB

In diesem Zusammenhang fällt auf, dass die Befragten gegenüber der Entwicklungszu-sammenarbeit auch dann positiv eingestellt sind, wenn lokale und westliche Werte mitei-nander in Konflikt zu geraten drohen: So stimmte die überwältigende Mehrheit der Befragten der Aussage zu, dass bessere Bildungsmöglichkeiten für Mädchen einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Gemeinde insgesamt haben. Allerdings gaben 43 Prozent der Haushalte an, dass die Präsenz ausländischer Truppen eine Bedrohung für lokale Gepflogenheiten und islamische Werte darstelle. Insgesamt aber stellt sich heraus, dass zumindest im Nordosten Afghanistans die internationale Präsenz von der betroffenen Bevölkerung unterstützt wird und eine überaus hohe Legitimität hat. Dagegen wird die afghanische Regierung als eher marginal wahrgenommen – im Unterschied zu lokal verankerten Strukturen zur Regelung von Konflikten.

Die Untersuchung zeigt, dass die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft zur Verbesserung der Sicherheitslage wie auch die Entwicklungszusammenarbeit von den be-fragten Afghanen positiv bewertet werden. Mit dieser umfassenden sozialwissenschaftlichen Studie leisten die Forscher der Freien Universität Berlin einen wichtigen Beitrag zu einer fundierten und differenzierten Diskussion über die Zukunft des deutschen und internatio-nalen Engagements in Afghanistan.

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Das Interesse war groß: Medienvertreter bei der Arbeit.

Linksammlung [alle extern] zur Resonanz der Pressekonferenz (Update vom 12.2.08)

  • Inforadio (Interview, gesendet 6.2.08, 16:07 Uhr)
  • Süddeutsche Zeitung ("Außenansicht" 7.2.08, Bericht 9.2.08)
  • SWR (gesendet 8.2.08, 19:30 Uhr, Nachricht im Online Text-Archiv hier)
  • taz (10.2.2008)
  • Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete in ihrer Printausgabe vom 6.2.08 auf Seite 10

Updates vom 21.2.08

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